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Dichtwände mit Tragelementen

Ein kostengünstiges Verfahren.

Dichtwände kommen im Spezialtiefbau zum Einsatz. Sie sind auch als Ein-Phasen-Schlitzwand bekannt. Ihr Vorteil gegenüber anderen Verfahren liegt in erster Linie darin, dass sie nur gering wasserdurchlässig sind. Sie können das Eindringen von Schadstoffen in den Boden ebenso verhindern wie den Austritt von Grundwasser aus benachbarten Erdschichten. Anders als die Zwei-Phasen-Schlitzwand sind Dichtwände jedoch normalerweise nicht tragfähig. 

Für welche Vorhaben Dichtwände geeignet sind.

Dichtwände werden im Spezialtiefbau zum Beispiel eingesetzt, um bestimmte Bodenschichten vor einer Kontaminierung durch Schadstoffe zu schützen. Die nahezu wasserundurchlässigen Wände können außerdem den Aus- oder Eintritt von Wasser verhindern. 

Deshalb sind solche Systeme auch gut geeignet für den Einsatz im Hochwasserschutz. Dort werden sie zur Abdichtung von Dämmen eingesetzt. Auch, wenn Deponien nachträglich abgedichtet werden müssen, bietet sich die Verwendung einer Dichtwand an. 

Dichtwände dienen auch dazu, das Grundwasser zu schützen, wenn sie Altlasten sicher umschließen. Sie sind auch geeignet zur Absicherung von tiefen Baugruben. 

Anders als Zwei-Phasen-Schlitzwände können Dichtwände jedoch in der Regel keine Lasten tragen. Die mögliche Tiefe des Schlitzes ist begrenzt, weil die eingeführte Suspension schnell steif wird und abbindet. 

Anwendung von Ein-Phasen-Schlitzwänden im Tagebau 

In einer Sonderform werden solche Schlitzwände auch im Tagebau eingesetzt. Die Kohlenflöze müssen etwa 50 bis 70 Meter unter der Erde aufgeschlossen werden. Das macht es notwendig, das Grundwasser bis zu dieser Tiefe abzusenken. Würde man es abpumpen, entstünde ein großer Trichter. Ein Abpumpen des Wassers ist auch aus Naturschutzgründen häufig nicht möglich. 

Um Häuser und Gewässer vor Setzungen zu schützen, werden mit Fräsen tiefe Barrieren erstellt. Diese können bis zu 100 Meter Tiefe messen. Das begrenzt die Grundwasserabsenkung räumlich. Im Bereich der Dichtwand entsteht ein Grundwassersprung. 

Wie Dichtwände in den Boden eingebracht werden.

Dichtwände sind mindestens 45 Zentimeter dick. Sie enthalten eine Stützflüssigkeit. Dieser wird ein Bindemittel, meist Zement, zugesetzt. Dadurch erhärtet die Flüssigkeit ohne Austausch. Außerdem enthält die Suspension Wasser und Bentonit. Gegebenenfalls werden Füllstoffe zugesetzt. Die genaue Rezeptur hängt von den jeweiligen Anforderungen des Projekts ab. Beton wird nicht eingesetzt. Die abdichtenden Wände werden nach DIN 4126 beziehungsweise DIN EN 1538 hergestellt. Sie entsprechen den Empfehlungen des Arbeitskreises Baugruben (EAB). 

An der oberen Kante des Geländes werden Leitwände erstellt. Diese führen den Schlitzgreifer und sichern den benachbarten Boden. Mit dem Schlitzgreifer werden einzelne Lamellen aus dem Boden ausgehoben. Dadurch entsteht ein offener Schlitz. Der möglicherweise kontaminierte Aushub wird fachgerecht entsorgt. In der Ausführungsplanung wird nachgewiesen, dass der Schlitz standsicher ist. Die Bewegungen des Schlitzwandgreifers werden bei der Herstellung durch Neigungsmesser überwacht. Die Messergebnisse werden elektronisch protokolliert. 

 

Wie der Schlitz stabilisiert und sicher abgedichtet wird.

Durch die eingefüllte Dichtwandmasse wird der offene Schlitz stabilisiert. Die Suspension erhärtet schnell. Auch wenn sich der Untergrund geringfügig bewegt, reißt die Wand nicht. Die enthaltene Masse bleibt dauerhaft plastisch. Anders als bei einer Ortbeton-Schlitzwand bleibt die Suspension dauerhaft im Schlitz. Sie wird nicht ausgetauscht. Deshalb werden Dichtwände auch Ein-Phasen-Verfahren genannt. 

Die Wände erhalten ihre abdichtende Eigenschaft einerseits, wenn anstehende Bodenschichten nur wenig wasserdurchlässig sind. Das kann etwa durch enthaltenen Ton der Fall sein, der wassersperrend wirkt. Andernfalls werden die Dichtwände bis zu einer künstlichen Dichtsohle hergestellt. Das schützt das Grundwasser vor dem Eindringen von Schadstoffen. Diese Variante des Spezialtiefbaus kommt deshalb dem Umweltschutz zugute. 

 

Vorteile von dieser Methode.

Dichtwände haben viele Vorteile. In der Ausführung ist dieses System leise und verursacht keine Erschütterungen. Verglichen mit einer Ortbeton-Schlitzwand ist diese Variante in der Herstellung zudem günstiger. Eine Stahlbewehrung kommt nicht zum Einsatz, außerdem wird nur wenig Zement verwendet. Hinzu kommt, dass die Stützflüssigkeit nicht später wieder ausgetauscht werden muss - wie es bei der Ortbeton-Schlitzwand nötig ist. Das spart Kosten und macht das Verfahren besonders wirtschaftlich. Auch zum Schutz des Grundwassers und des Erdreichs ist diese Methode gut geeignet.